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Laborcontainer Ausstattung – Die komplette Checkliste von A bis Z

Labormöbel, Medienversorgung, Sicherheitseinrichtungen, Bodenbeläge, Beleuchtung und IT-Infrastruktur – was ein Laborcontainer wirklich braucht und welche Normen dahinterstehen.

12. März 2026 Sven Biewald
Start Magazin Laborcontainer Ausstattung

Die Ausstattung entscheidet darüber, ob ein Laborcontainer ein funktionsfähiger Arbeitsplatz wird – oder ein teurer Metallkasten mit Fenstern bleibt. Wer glaubt, dass ein Laborcontainer einfach ein Bürocontainer mit einer Spüle ist, wird spätestens bei der ersten Begehung durch die Arbeitsschutzbehörde eines Besseren belehrt.

In diesem Leitfaden gehen wir jede Ausstattungskategorie einzeln durch: von Labormöbeln über Medienversorgung und Sicherheitseinrichtungen bis hin zu Bodenbelägen, Beleuchtung und IT-Infrastruktur. Jeder Abschnitt enthält die relevanten Normen, konkrete Spezifikationen und Planungshinweise. Am Ende steht eine praxiserprobte Checkliste, die Sie direkt für Ihr Projekt verwenden können.

Die Grundlage für jede Ausstattungsplanung ist eine sorgfältige Bedarfsanalyse: Welche Analysen werden durchgeführt? Welche Geräte kommen zum Einsatz? Welche Gefahrstoffe sind involviert? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, kann die technische Fachplanung beginnen.

Die 7 Ausstattungsbereiche im Überblick

1
Labormöbel
2
Medien
3
Sicherheit
4
Böden & Wände
5
Beleuchtung
6
Elektro & IT
7
Klima & TGA

1 Labormöbel – Das Fundament jedes Arbeitsplatzes

Laborarbeitstische

Der Laborarbeitstisch ist das zentrale Möbelstück. In einem Laborcontainer gelten dieselben Anforderungen wie im stationären Laborbau – mit dem Unterschied, dass der verfügbare Platz deutlich begrenzter ist. Das macht die Möblierungsplanung umso wichtiger.

Kriterium Standardlabor Chemielabor Reinraum / GMP
TischplatteHPL (Hochdruck-Laminat)Epoxidharz oder KeramikEdelstahl V2A / Corian
ChemikalienbeständigkeitKlasse A (leicht)Klasse C (konzentrierte Säuren)Klasse B–C
Tragfähigkeit50 kg/m²75–100 kg/m²75 kg/m²
KantenschutzABS-KanteChemikalienbeständige KanteFugenlose Kante
UntergestellC-Gestell StahlC-Gestell beschichtetEdelstahl / pulverbeschichtet

In einem 20-Fuß-Laborcontainer (ca. 14 m² Nutzfläche) passen in der Regel 3 bis 4 laufende Meter Arbeitstisch an einer Wand und 2 bis 3 laufende Meter auf der gegenüberliegenden Seite. In einem 40-Fuß-Container verdoppelt sich die verfügbare Arbeitsfläche auf bis zu 12 laufende Meter. Die Planung muss dabei immer Flucht- und Rettungswege nach ASR A2.3 berücksichtigen – insbesondere eine Mindestgangbreite von 1,00 m.

Laborabzüge (Digestorien)

Laborabzüge nach DIN EN 14175 sind Pflicht, sobald mit flüchtigen Gefahrstoffen gearbeitet wird. Im Laborcontainer stellt der Abzug besondere Anforderungen an die Klimatisierung und Lüftung, weil er einen erheblichen Luftvolumenstrom benötigt (400 bis 700 m³/h pro Abzug), der durch die Zuluftanlage nachgeführt werden muss.

Abzugstyp Breite Volumenstrom Einsatzbereich
Tischabzug Standard1.200 mm400–500 m³/hAllgemeine Chemie
Tischabzug breit1.500–1.800 mm500–700 m³/hIntensivchemie, Synthese
Unterbauabzug800–1.200 mm300–400 m³/hPlatzsparend, leichte Arbeiten
Säureabzug (PP)1.200–1.500 mm400–600 m³/hKonzentrierte Säuren/Laugen

Schranksysteme

Im Laborcontainer wird Stauraum zum limitierenden Faktor. Die Lösung: Hängeschränke über den Arbeitstischen, Unterbauschränke und bei Bedarf Sicherheitsschränke nach DIN EN 14470-1 (für brennbare Flüssigkeiten) oder DIN EN 14470-2 (für Druckgasflaschen). Ein 90-Minuten-Sicherheitsschrank (F90) benötigt eine Stellfläche von ca. 600 × 600 mm und wiegt leer bereits 150 bis 200 kg – das muss in die Statik des Containers eingeplant werden.

Säure-Laugen-Schränke aus Polypropylen (PP) schützen zusätzlich vor Korrosion und sind in Chemielaboren unverzichtbar. Für Labore mit BSL-2- oder BSL-3-Einstufung gelten weitere Auflagen für die Lagerung von Biostoffen.

2 Medienversorgung – Wasser, Gas, Druckluft, Vakuum

Wasserversorgung und Abwasser

Jeder Laborcontainer braucht mindestens einen Laborwasseranschluss mit Kalt- und Warmwasser. Die Besonderheit: Laborabwasser ist nicht gleich häuslichem Abwasser. Je nach Gefahrstoffklasse muss das Abwasser über eine Neutralisationsanlage geführt werden, bevor es in die Kanalisation eingeleitet werden darf. Das regelt die Indirekteinleiterverordnung des jeweiligen Bundeslandes.

Wasserart Qualität Typischer Einsatz Aufbereitung
TrinkwasserTrinkwVSpülen, ReinigungKeine
VE-Wasser< 1 µS/cmAnalysen, SpülprozesseIonenaustauscher
Reinstwasser (Typ I)18,2 MΩ·cmHPLC, ICP-MSUmkehrosmose + Polisher
KühlwasserVariabelRotationsverdampfer, KühlerKreislauf / Rückkühler

Für analytische Labore, die HPLC, ICP-MS oder GC-MS betreiben, ist Reinstwasser unverzichtbar. Eine kompakte Reinstwasseranlage (z. B. Millipore Milli-Q) lässt sich in den Container integrieren und benötigt nur einen Trinkwasseranschluss als Vorstufe. Der Platzbedarf: ca. 400 × 500 mm Stellfläche.

Gasversorgung

Technische Gase gehören zur Standardausstattung vieler Labore. Die gängigsten:

  • Stickstoff (N₂): Inertisierung, Verdampfung, Probenvorbereitung
  • Argon (Ar): ICP-Analytik, Schweißarbeiten im Labor
  • Helium (He): GC-Trägergas
  • Druckluft: Pneumatische Geräte, Trocknungsprozesse
  • Synthetische Luft: FID-Brenngas (Flammenionisationsdetektor)
  • Wasserstoff (H₂): GC-Brenngas, Brennstoffzellen-Forschung

Die Gasflaschen werden in der Regel außerhalb des Containers in einem belüfteten Gasflaschenschrank oder einer Gasflaschenwanne aufgestellt. Die Leitungen werden durch die Containerwand geführt und über Schnellkupplungen an den Arbeitsplätzen verteilt. Alle Installationen müssen den DVGW-Regelwerken und den TRBS 3145 (Druckbehälter) entsprechen.

Druckluft und Vakuum

Druckluft wird über einen externen oder integrierten Kompressor mit nachgeschaltetem Trockner und Ölabscheider erzeugt. Labordruckluft muss ölfrei sein (Klasse 0 nach ISO 8573-1). Die typische Betriebsdruckstufe liegt bei 6 bar.

Für Vakuumanwendungen (Filtration, Rotationsverdampfer, Exsikkatoren) kann eine zentrale Vakuumpumpe installiert werden. Alternativ kommen dezentrale Membranpumpen an den einzelnen Arbeitsplätzen zum Einsatz – platzsparender und wartungsärmer.

3 Sicherheitseinrichtungen – Pflicht und Schutz

Sicherheit im Laborcontainer ist kein optionales Extra, sondern normative Pflicht. Die TRGS 526 (Laboratorien) definiert zusammen mit der DGUV Information 213-850 (ehemals GUV-I 8553) die Mindestanforderungen. Dazu kommen branchenspezifische Regeln: GMP-Reinräume haben andere Anforderungen als ein analytisches Routinelabor.

Pflicht-Sicherheitseinrichtungen nach TRGS 526

  • Notdusche (Ganzkörper) – max. 10 m Entfernung vom Arbeitsplatz, DIN EN 15154-1
  • Augendusche – an jedem Laborspülbecken oder als separate Wandstation, DIN EN 15154-2
  • Feuerlöscher – CO₂ oder ABC-Pulver, je nach Brandklasse, max. 20 m Entfernung
  • Erste-Hilfe-Ausstattung – Verbandkasten nach DIN 13169 (Typ C)
  • Löschdecke – bei Arbeiten mit brennbaren Flüssigkeiten
  • Not-Aus-Schalter – für elektrische Anlagen und Gasversorgung, gut sichtbar und zugänglich
  • Sicherheitsdatenblatt-Ordner – physisch oder digital zugänglich für alle Gefahrstoffe

Sicherheitsschränke

Die Lagerung von Gefahrstoffen im Laborcontainer erfordert normkonforme Sicherheitsschränke. Die wichtigsten Typen:

  • F90 Sicherheitsschrank (DIN EN 14470-1): 90 Minuten Feuerwiderstand für brennbare Flüssigkeiten. Pflicht ab 20 Litern im Labor.
  • Druckgasflaschen-Schrank (DIN EN 14470-2): G30 oder G90-Ausführung für Gasflaschen, die im Gebäude/Container gelagert werden müssen.
  • Säure-Laugen-Schrank (PP): Polypropylen-Korpus, säurebeständig, mit Auffangwanne und Absaugstutzen.
  • Giftstoffschrank: Abschließbar, mit Auffangwanne, für Stoffe nach ChemVerbotsV.

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Im Container muss Aufbewahrungsplatz für PSA eingeplant werden: Laborkittel, Schutzbrillen, Handschuhe (verschiedene Chemikalienklassen), Gehörschutz (bei lauten Geräten wie Ultraschallbädern) und bei Bedarf Atemschutz. Ein kleiner Garderobenschrank oder ein Wandhaken-System neben dem Eingang ist Pflicht.

4 Bodenbeläge und Wandverkleidungen

Der Bodenbelag in einem Laborcontainer ist weit mehr als eine Frage der Optik. Er muss chemikalienbeständig, rutschfest, fugenlos (bei Nassreinigung) und bei Bedarf ESD-fähig sein. Im Modulbau wird der Bodenbelag direkt auf die Containerbodenplatte aufgebracht – eine Unterbodenheizung ist bei Bedarf integrierbar.

Bodentyp Chemikalienbeständigkeit Fugenlos ESD-fähig Einsatzbereich
EpoxidharzHochJaOptionalChemielabor, Pharma
Polyurethan (PU)Sehr hochJaOptionalGMP, Reinraum
Vinyl (PVC)MittelVerschweißbarJa (leitfähig)Leichte Labore, Elektronik
Fliesen (Keramik)Sehr hochNein (Fugen)NeinNasslabore, Aufstellflächen

Wandverkleidungen

Die Containerwände werden standardmäßig mit pulverbeschichteten Stahlpaneelen oder HPL-Platten verkleidet. In GMP-Bereichen kommen fugenlose Wandbeschichtungen oder PharmaWall-Systeme zum Einsatz, die bis zur Decke glatt und abwaschbar sind. Im Spritzbereich hinter Spülen empfiehlt sich ein Spritzschutz aus Glas oder Edelstahl. Alle Wandverkleidungen müssen der DIN EN 13501-1 (Brandverhalten) entsprechen – mindestens Klasse B-s1, d0 (schwerentflammbar, kein brennendes Abtropfen).

Hohlkehlen und Decken

In Reinräumen und GMP-Laboren sind Hohlkehlen (gerundete Übergänge zwischen Boden und Wand) Pflicht – sie verhindern Schmutz- und Keimablagerungen. Die Deckenverkleidung sollte glatt, abwaschbar und für den Einbau von Deckenleuchten und Lüftungsauslässen vorbereitet sein. Die lichte Raumhöhe in einem Laborcontainer beträgt typischerweise 2,50 bis 2,70 m – nach ASR A1.2 sind mindestens 2,50 m für Arbeitsräume vorgeschrieben.

5 Beleuchtung – Mehr als nur hell genug

Die Beleuchtung im Labor ist normativ geregelt durch die DIN EN 12464-1 (Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen). Die Mindestanforderungen:

Bereich Beleuchtungsstärke Farbwiedergabe (Ra) Blendungsbegrenzung (UGR)
Allgemeine Laborfläche500 Lux≥ 80≤ 19
Feinarbeiten / Mikroskopie750–1.000 Lux≥ 90≤ 16
Farbbeurteilung1.000 Lux≥ 90≤ 16
Lagerräume / Nebenräume200 Lux≥ 60≤ 25

Im Laborcontainer werden ausschließlich LED-Panels eingesetzt: energieeffizient (Lebensdauer > 50.000 Stunden), flimmerfrei, dimmbar und mit hoher Farbwiedergabe. In Reinräumen müssen die Leuchten bündig in die Decke eingelassen und IP54 geschützt sein (Schutz gegen Staub und Spritzwasser). Notbeleuchtung nach DIN EN 1838 ist in jedem Labor Pflicht: mindestens 1 Lux auf Flucht- und Rettungswegen, mit Batteriepuffer für mindestens 1 Stunde.

6 Elektroinstallation und IT-Infrastruktur

Elektrische Versorgung

Ein Laborcontainer hat einen deutlich höheren Strombedarf als ein Bürocontainer. Typische Anschlusswerte:

  • 20-Fuß-Container: 32–63 A (Drehstrom, 400 V) – ca. 20–40 kW
  • 40-Fuß-Container: 63–125 A (Drehstrom, 400 V) – ca. 40–80 kW
  • Steckdosen: Mindestens 2 Doppelsteckdosen pro laufendem Meter Arbeitstisch
  • CEE-Steckdosen: Für Großgeräte (Autoklaven, Trockenschränke, Rotationsverdampfer)
  • USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung): Für empfindliche Analytikgeräte (HPLC, GC-MS, Waagen)

Die gesamte Elektroinstallation muss nach DIN VDE 0100 ausgeführt werden. In explosionsgefährdeten Bereichen (ATEX-Zonen) gelten zusätzlich die DGUV Vorschrift 3 und die Betriebssicherheitsverordnung. Ein FI-Schutzschalter (RCD, 30 mA) ist an jedem Stromkreis Pflicht.

IT und Dateninfrastruktur

Moderne Labore sind datengetrieben. Die IT-Infrastruktur im Laborcontainer muss von Anfang an mitgeplant werden:

  • Cat 6a oder Cat 7 Netzwerkdosen: Mindestens 2 pro Arbeitsplatz für LAN und Geräteanbindung
  • WLAN-Access-Point: Für mobile Endgeräte und Tablets im Labor
  • Netzwerkschrank (6–10 HE): Für Switch, Patchpanel und ggf. Mini-Server
  • LIMS-Anbindung: Laborinformationsmanagementsystem braucht stabile, redundante Netzanbindung
  • Glasfaseranschluss: Bei großen Datenmengen (Bildgebung, Spektroskopie)

In einem Smart Lab kommen zusätzlich IoT-Sensoren für Temperatur, Feuchte, Differenzdruck und Türkontakte hinzu. Diese benötigen eigene Netzwerkanschlüsse oder ein separates LoRaWAN/Modbus-Netzwerk.

7 Klima und technische Gebäudeausrüstung (TGA)

Die Klimatisierung und Lüftung ist das technisch anspruchsvollste Ausstattungselement eines Laborcontainers. Die Anforderungen gehen weit über eine einfache Klimaanlage hinaus. Hier ein Überblick über die TGA-Komponenten, die in die Ausstattungsplanung einfließen:

  • Lüftungsgerät: Zuluft- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung, Filter und Schalldämpfer
  • Kälteanlage: Split- oder VRF-System, dimensioniert auf die inneren Wärmelasten
  • Heizung: In der Regel elektrisch (Direktheizregister) oder über die Lüftungsanlage
  • Unterdruckhaltung: Bei Gefahrstoff- und BSL-Laboren, mit automatischer Regelung und Alarmierung
  • Laborabzugs-Abluft: Separate Abluftleitung über Dach mit Höhenauswurf
  • Gebäudeleittechnik (GLT): Zentrale Überwachung und Steuerung aller TGA-Komponenten

Die TGA-Planung ist integrativer Bestandteil der technischen Fachplanung und wird bei Planexus bereits in der Konzeptphase berücksichtigt. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel über den kompletten Projektablauf.

8 Normenübersicht – Alle relevanten Regelwerke

Norm / Regelwerk Thema Relevant für
DIN EN 14175Laborabzüge (Digestorien)Alle Labore mit Gefahrstoffen
DIN EN 14470-1Sicherheitsschränke brennbare FlüssigkeitenChemielabore
DIN EN 14470-2Druckgasflaschen-SchränkeLabore mit Gasversorgung
DIN EN 12464-1Beleuchtung ArbeitsstättenAlle Labore
DIN EN 15154-1/2Notduschen und AugenduschenAlle Labore
DIN EN 13501-1Brandverhalten von BaustoffenWände, Böden, Decken
TRGS 526LaboratorienAlle Labore mit Gefahrstoffen
DGUV Info 213-850Sicheres Arbeiten in LaboratorienAlle Labore
ASR A2.3Fluchtwege und NotausgängeGrundrissplanung
ASR A1.2Raumabmessungen und BewegungsflächenGrundrissplanung
DIN VDE 0100ElektroinstallationAlle Labore
ISO 8573-1DruckluftqualitätLabore mit Druckluftversorgung

Für die Schweiz gelten ergänzend die SIA-Normen (insbesondere SIA 382/1 für Lüftung und SIA 385 für Warmwasser), in Österreich die ÖNORM-Reihe. Bei Projekten im DACH-Raum berücksichtigt Planexus alle landesspezifischen Regelwerke – auch für Baugenehmigungen und Baurecht.

9 Containergröße und Ausstattungsgrenzen

Nicht jede Ausstattung passt in jede Containergröße. Die folgende Übersicht zeigt, was realistisch ist:

Ausstattung 10 Fuß (~7 m²) 20 Fuß (~14 m²) 40 Fuß (~28 m²)
Arbeitsplätze12–34–6
Laborabzüge0–1 (klein)1–22–3
Laborspüle11–22–3
Sicherheitsschrank F90Nur bedingt11–2
NotduscheExternIntern möglichIntern
Schleuse / UmkleideNeinBedingtJa
ReinstwasseranlageNeinJa (kompakt)Ja

Bei besonders komplexen Anforderungen setzen wir auf Multi-Container-Lösungen: Zwei oder mehr Container werden seitlich oder stirnseitig verbunden, sodass getrennte Zonen (z. B. Labor + Schleuse + Lager) entstehen. Das ist besonders für BSL-Labore und GMP-Reinräume relevant.

10 DACH-Besonderheiten: Schweiz und Österreich

Bei Projekten in der Schweiz und Österreich gelten teilweise andere Normen und Vorschriften:

  • Schweiz: SIA 382/1 (Lüftungs- und Klimaanlagen), EKAS-Richtlinien für Arbeitssicherheit, ChemRRV (Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung) statt TRGS. Laborabzüge müssen nach SUVA-Vorgaben geprüft werden.
  • Österreich: ÖNORM H 6020 (Lüftung), ASchG (ArbeitnehmerInnenschutzgesetz), ChemG 1996 (Chemikaliengesetz). Sicherheitsschränke nach ÖNORM EN 14470.
  • Gemeinsam: Die europäischen EN-Normen (z. B. DIN EN 14175 für Laborabzüge) gelten in allen drei Ländern, werden aber national unterschiedlich ergänzt.

Planexus plant und liefert Laborcontainer für alle drei Märkte und berücksichtigt die jeweiligen landesspezifischen Anforderungen bereits in der Konzeptphase. Mehr dazu auf unseren Städteseiten: Berlin, München, Stuttgart.

11 Praxisbeispiel: Ausstattung eines 40-Fuß-Chemielabor-Containers

Projektsteckbrief

Containertyp
40 Fuß HC (High Cube), ca. 28 m²
Nutzung
Analytisches Chemielabor (HPLC, GC-MS, ICP)
Arbeitsplätze
4 Arbeitsplätze + 1 Wägebereich
Laborabzüge
2 × Tischabzug 1.500 mm (DIN EN 14175)
Boden
Epoxidharz, ESD-fähig, mit Hohlkehle
Wände
HPL-Verkleidung, Spritzschutz Edelstahl
Beleuchtung
LED-Panel 500 Lux, Ra ≥ 80, dimmbar
Elektro
63 A Drehstrom, USV für Analytikgeräte
Gase
N₂, He, Druckluft – extern mit Durchführung
Wasser
VE-Wasser + Reinstwasser (Milli-Q), Neutralisation
Sicherheit
Notdusche, Augendusche, F90-Schrank, CO₂-Löscher
IT
8 × Cat 6a, WLAN-AP, LIMS-Anbindung, 10 HE Rack

12 Die komplette Ausstattungs-Checkliste

Diese Checkliste können Sie direkt für die Planung Ihres Laborcontainer-Projekts verwenden. Sie deckt alle sieben Ausstattungsbereiche ab:

Planungscheckliste Laborcontainer-Ausstattung

Labormöbel
Medienversorgung
Sicherheit
Böden & Wände
Beleuchtung
Elektro & IT
Klima & TGA

13 Die 7 häufigsten Fehler bei der Laborcontainer-Ausstattung

1
Lüftung zu spät planen. Laborabzüge bestimmen den gesamten Lüftungsquerschnitt. Wer zuerst möbliert und dann lüftet, muss nachträglich Kanäle verlegen – teuer und platzraubend.
2
Bodenstatik ignorieren. Ein F90-Sicherheitsschrank wiegt leer 200 kg. Dazu kommen Geräte (HPLC-System: 80–120 kg, Autoklav: 100–300 kg). Die Containerbodenplatte muss verstärkt werden, wenn schwere Punktlasten auftreten.
3
Zu wenige Steckdosen. Im Labor gibt es nie genug Steckdosen. Faustregel: Mindestens 2 Doppelsteckdosen pro laufendem Meter – und keine Verlängerungskabel als Dauerlösung.
4
Fluchtwege vergessen. 1,00 m Mindestbreite nach ASR A2.3. Im engsten Container kann ein Arbeitstisch zu viel den Fluchtweg blockieren. Grundriss immer mit Fluchtwegeplan erstellen.
5
Abwasserentsorgung nicht klären. Laborabwasser darf nicht ungeklärt in die Kanalisation. Neutralisationsanlage und Genehmigung der Unteren Wasserbehörde müssen vor Inbetriebnahme stehen.
6
IT-Infrastruktur nachträglich einbauen. Netzwerkkabel nachträglich durch fertige Wände zu ziehen ist aufwendig und hässlich. Kabelschächte und Leerrohre gehören in die Bauphase.
7
Wartungszugänge nicht einplanen. Lüftungsfilter, Sicherheitsschrank-Inspektionen, Notduschentests – all das braucht Zugang. Wer den Laborabzug direkt vor den Wartungsschacht baut, hat ein Problem.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Grundausstattung braucht ein Laborcontainer?
Zur Grundausstattung gehören: chemikalienbeständige Arbeitstische, mindestens ein Laborabzug (je nach Gefahrstoffklasse), Laborspüle mit Kalt-/Warmwasser, Sicherheitseinrichtungen (Notdusche, Augendusche, Feuerlöscher), chemikalienbeständiger Bodenbelag, normgerechte Beleuchtung (500 Lux nach DIN EN 12464-1), ausreichend Steckdosen und Datenanschlüsse sowie Schranksysteme für Chemikalien und Geräte.
Welche Normen gelten für die Ausstattung von Laborcontainern?
Die wichtigsten: DIN EN 14175 (Laborabzüge), DIN EN 12464-1 (Beleuchtung), DIN EN 14470-1/-2 (Sicherheitsschränke), TRGS 526 (Laboratorien), DGUV Info 213-850 (Sicherheit im Labor), ASR A2.3 (Fluchtwege), DIN VDE 0100 (Elektroinstallation) und ISO 8573-1 (Druckluftqualität). In der Schweiz und Österreich gelten ergänzend SIA- bzw. ÖNORM-Regelwerke.
Welcher Bodenbelag eignet sich für einen Laborcontainer?
Für Standardlabore empfiehlt sich Epoxidharzbeschichtung (fugenlos, chemikalienbeständig). In GMP-Bereichen ist PU-Beschichtung Standard. Vinylböden eignen sich für leichte Laboranwendungen und können ESD-leitfähig ausgeführt werden. Der Bodenbelag muss immer zur Chemikalienklasse passen.
Wie viele Laborabzüge braucht ein Laborcontainer?
In einem 20- bis 40-Fuß-Container ist mindestens ein Laborabzug nach DIN EN 14175 erforderlich, sobald mit flüchtigen Gefahrstoffen gearbeitet wird. Bei intensiver Gefahrstoffarbeit empfehlen sich zwei Abzüge. Jeder Abzug benötigt 400 bis 700 m³/h Volumenstrom, der in der Lüftungsplanung berücksichtigt werden muss.
Kann ein Laborcontainer mit Gas und Druckluft versorgt werden?
Ja. Laborcontainer werden mit Anschlüssen für Stickstoff, Argon, Helium, Druckluft und Vakuum ausgestattet. Die Gasflaschen stehen außerhalb in belüfteten Schränken, die Leitungen werden durch die Containerwand geführt. Alle Installationen entsprechen den DVGW-Regelwerken.
Wie plant Planexus die Ausstattung eines Laborcontainers?
Planexus erstellt eine detaillierte Bedarfsanalyse: Welche Analysen? Welche Geräte? Welche Gefahrstoffe? Daraus ergibt sich das komplette Ausstattungskonzept. Die Fachplanung erfolgt nach einschlägigen Normen – von der Beratung bis zum fertig ausgestatteten Container.

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Von der Bedarfsanalyse über die Möblierungsplanung bis zur schlüsselfertigen Übergabe – Planexus übernimmt die komplette Laborausstattung Ihres Containers. Sprechen Sie mit unserem Expertenteam.

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