Bau & Materialprüfung 17 Min. Lesezeit

Laborcontainer auf der Baustelle – Mobile Materialprüfung & Qualitätssicherung

Frischbeton verändert seine Eigenschaften unmittelbar nach dem Mischen, PFAS-belasteter Aushub kann erhebliche Logistik- und Entsorgungsfolgen auslösen, ein Asbest-Verdacht bei einer Sanierung kann die Baustelle stoppen. Wer auf Großprojekten Materialprüfung ausschließlich über Probentransport ins Stationärlabor abwickelt, verliert pro Charge oft Stunden bis Tage – Zeit, die in eng getakteten Bauabläufen fehlt. Ein Containerlabor direkt auf der Baustelle kann hier einen erheblichen Unterschied machen.

30. April 2026 Sven Biewald, Geschäftsführer Planexus
Start / Magazin / Laborcontainer auf der Baustelle

Vier Entwicklungen treffen die deutsche Bauwirtschaft 2026 gleichzeitig und erhöhen den Probenahme- und Analytikaufwand auf den Baustellen spürbar: die schrittweise PFAS-Beschränkung in REACH (für PFHxA und Vorläufer durch VO (EU) 2024/2462) sowie die zugehörigen Trinkwasserwerte aus der EU-Trinkwasserrichtlinie 2020/2184, die seit August 2023 in Kraft befindliche Mantelverordnung mit Ersatzbaustoffverordnung (EBV), die durch die Gefahrstoffverordnungs-Novelle 2024 verschärfte Asbest-Erkundung im Bestand sowie der politische Druck zur Beschleunigung großer Infrastrukturprojekte. Wer Boden- und Materialprüfung ausschließlich per Kurier in ein Stationärlabor verlagert, kommt in dieser Situation logistisch und planerisch unter Druck.

Warum sich Baustellenlabore 2026 für viele Projekte rechnen

Die Bauwirtschaft steht vor vier Verschärfungen, die in Summe den Probenahme- und Analytikbedarf auf vielen Baustellen deutlich erhöhen.

1. PFAS in REACH und Trinkwasser

Mit VO (EU) 2024/2462 wurde die Beschränkung von PFHxA und Vorläufern in REACH-Anhang XVII (Eintrag 79) aufgenommen, parallel gelten die PFAS-Anforderungen der EU-Trinkwasserrichtlinie 2020/2184. Auf Standorten mit historischer Schaumlöschmittel-, Galvanik- oder Papier-/Textilindustrie-Nutzung steigt damit der Untersuchungsbedarf an Aushub und Sickerwasser deutlich.

2. Ersatzbaustoffverordnung (EBV)

Seit 1. August 2023 in Kraft. Vor Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe ist materialklassenspezifische Untersuchung Pflicht – etwa für Bodenmaterial (BM), Recyclingbaustoffe (RC-1/2/3), Gleisschotter (GS), Stahlwerksschlacke (SWS) sowie Hausmüllverbrennungsasche (HMVA). Eluat- und Feststoff-Analytik werden zum Standardprozess auf jeder größeren Erdbau-Baustelle.

3. Asbest-Erkundung im Bestand

Mit der Novelle der GefStoffV 2024 wurden Informations- und Mitwirkungspflichten des Veranlassers sowie Ermittlungspflichten des Arbeitgebers bei Tätigkeiten an älteren baulichen Anlagen konkretisiert. Welche Schutzmaßnahmen nach TRGS 519 im Einzelfall greifen – Schwarz-/Weißbereich, Schleuse, H-Klasse-Sauger – hängt von Tätigkeit und Expositionserwartung ab; Container-Konzepte können diese Anforderungen baulich abbilden.

4. Infrastruktur-Beschleunigung

Maßnahmengesetzvorbereitungsgesetz, LNG-Beschleunigungsgesetz, EnWG-Novelle: Bahn-, Brücken- und Stromtrassen-Projekte stehen unter erheblichem Zeitdruck. Lange Wartezeiten auf externe Stationärlabor-Ergebnisse sind in eng getakteten Bauabläufen kaum noch verkraftbar.

Was ein modernes Baustellenlabor abdecken muss

Ein professionelles Baustellenlabor bedient drei Prüfdomänen parallel: Beton- und Asphaltprüfung (laufende Bauausführung), Boden- und Geotechnik (Erdbau, Verfüllung, Tragschicht) sowie Schadstoffanalytik (Asbest, PFAS, Kohlenwasserstoffe, Schwermetalle). Welche Konfiguration sinnvoll ist, hängt vom Projekttyp ab.

Projekttyp Beton/Asphalt Boden/Geotechnik Schadstoff
Hochbau Wohnen●●●●●
Industriebau●●●●●●●
Tunnel & Tiefbau●●●●●●●●
Straßenbau●●●●●●
Brückenbau●●●●●
Sanierung Bestand●●●
Altlast-Sanierung●●●●●
Flughafen / Militär●●●●●●●

● = gelegentlich · ●● = regelmäßig · ●●● = täglicher Kernprozess

Beton- und Asphaltprüfung: Zeitnah am Einbringort

Frischbeton verändert seine Eigenschaften ab dem Moment des Mischens. Probenahme und Prüfung folgen der Normenreihe DIN EN 12350 mit präzisen Vorgaben für den zeitlichen Ablauf zwischen Probenahme und Prüfung. Der Transport zu einem entfernten Stationärlabor verkürzt das verfügbare Prüffenster und ist einer der Hauptgründe, warum Bauunternehmen seit Jahrzehnten auf Vor-Ort-Prüfung setzen.

Frischbetonprüfungen im Container (DIN EN 12350)

  • Teil 1Probenahme – einheitliche Vorgaben für die Entnahme aus Mischer, Transportfahrzeug oder Pumpe
  • Teil 2Setzmaß mit Setztrichter nach Abrams – Konsistenzklassen S1 bis S5
  • Teil 3Vebezeit – Konsistenzprüfung für sehr steife Betone
  • Teil 4Verdichtungsmaß nach Walz – Klassen C0 bis C3
  • Teil 5Ausbreitmaß – Klassen F1 bis F6, typisch für Pumpenbetone
  • Teil 6Frischbetonrohdichte mit kalibriertem Behälter und Präzisionswaage
  • Teil 7Luftgehalt mit Druckausgleichsverfahren
  • Teil 8–12Selbstverdichtender Beton: Setzfließmaß / Slump-flow (Teil 8), V-Trichter (Teil 9), L-Box (Teil 10), Siebsegregationsversuch / Segregationsbeständigkeit (Teil 11), J-Ring (Teil 12)

Festbetonprüfungen nach DIN EN 12390 erfolgen nach normgerechter Probekörper-Lagerung – die Druckfestigkeit nach Teil 3 ist dabei der häufigste Auftrag. Bauunternehmen brauchen die 7-Tage- und 28-Tage-Werte rechtzeitig für die Bauablaufplanung. Ein Containerlabor mit Druckpresse 3.000 kN, Lagerung nach DIN EN 12390-2 (unter Wasser oder im Feuchtraum bei 20 ± 2 °C) und Würfelformen 150 × 150 × 150 mm liefert diese Werte ohne Logistikbruch.

Für die Werkseigene Produktionskontrolle (WPK) der Betonherstellung nach DIN EN 206 / DIN 1045-2 sowie die Bauausführung nach DIN 1045-3 in den Überwachungsklassen ÜK 1 bis ÜK 3 ist eine entsprechende Prüfdichte ohnehin Pflicht. Bei Großbaustellen mit eigener Mischanlage wird der Container zur permanenten Mess- und Dokumentationszentrale.

Boden- und Geotechnik: DIN 18130 und 18134 vor Ort

Erdbau ist die zweite große Anwendungsdomäne. Plattendruckversuche nach DIN 18134 liefern den Verformungsmodul Ev1 und Ev2 – die wichtigsten Kennwerte für Tragfähigkeit von Planum und Tragschichten. Statisches Plattendruckgerät (PDG) und leichtes Fallgewichtsgerät (LFG nach TP BF-StB B 8.3) gehören in jedes ernsthafte Baustellenlabor.

DIN 18130 Teil 1 regelt die Bestimmung des Wasserdurchlässigkeitsbeiwerts (k-Wert) im Labor – relevant für Sickerwassersysteme, Deponieabdichtungen und Versickerungsanlagen. Ergänzend: DIN 18127 Proctorversuch für die Bestimmung der optimalen Verdichtung, DIN 18121 Wassergehalt, DIN 18123 Korngrößenverteilung mit Trocken- und Nasssiebung. Alle Verfahren sind im Container darstellbar – Standard-Geräteausstattung deckt sie ab.

Geotechnik-Standardgeräte im Container

Feldversuche

  • • Statisches Plattendruckgerät PDG ø 300 mm
  • • Leichtes Fallgewichtsgerät LFG 10 kg
  • • Densitometer / Sandersatzgerät DIN 18125-2
  • • Kernbohrgerät

Laborversuche im Container

  • • Proctorgerät A und C nach DIN 18127
  • • Siebsatz 0,063 bis 63 mm
  • • Trockenschrank 105 °C
  • • Casagrande-Apparat (Konsistenzgrenzen DIN 18122)

Asbest-Analytik: TRGS 519 differenziert anwenden

Mit der Novelle der Gefahrstoffverordnung 2024 und der TRGS 519 „Asbest – Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten" wurden die Informations- und Mitwirkungspflichten des Veranlassers und die Ermittlungspflichten des Arbeitgebers bei Tätigkeiten an älteren baulichen Anlagen konkretisiert. Vor Sanierungs- und Abrissarbeiten an Bestandsgebäuden ist eine an Vorhaben und Risiko angepasste Bestandserkundung vorgesehen – Art und Tiefe der Untersuchungen (Putze, Spachtelmassen, Fliesenkleber, Bodenbeläge etc.) hängen vom konkreten Vorhaben und der Expositionserwartung ab.

Die TRGS 519 regelt die Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten mit Asbest abgestuft je nach Tätigkeit und Expositionserwartung. Welche konkreten Maßnahmen – abgegrenzter Schwarz-/Weißbereich, Personenschleuse, H-Klasse-Sauger nach EN 60335-2-69 Anhang AA, Unterdruckhaltung, Schutzanzug Kategorie III Typ 5/6 – im Einzelfall greifen, hängt von Verfahren und Expositionserwartung ab. Container-Labore lassen sich für die jeweils geplanten Tätigkeiten passend konfigurieren – Schleuse, Schwarzbereich, Weißbereich und Probenausgabe können baulich klar getrennt werden.

Mikroskopische Voranalyse vor Ort

Im Containerbetrieb ist eine optisch-mikroskopische Sichtung von Materialproben mit Stereo- und Polarisationsmikroskop möglich – häufig innerhalb weniger Stunden statt mehrerer Tage Versandzeit. Damit liegt eine erste Indikation oft am Probenahmetag selbst vor. Die belastbare Materialprüfung auf Asbest in technischen Produkten und Bauteilen erfolgt nach der Reihe VDI 3866 (insbesondere Blatt 5 für REM/EDX an Materialproben).

Die quantitative Faserzählung erfolgt anschließend per REM/EDX – etwa nach VDI 3492 für Luftproben – im akkreditierten Stationärlabor. Sinnvoll ist, gezielt nur die als verdächtig eingestuften Proben dorthin zu schicken; das kann den Stationärlabor-Durchsatz spürbar entlasten.

PFAS-Screening: Voranalytik vor dem Aushub-Transport

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind regulatorisch durch mehrere EU-Rechtsakte adressiert: die EU-Trinkwasserrichtlinie 2020/2184 mit Parametern für 20 PFAS-Einzelstoffe und PFAS-gesamt sowie die schrittweise Aufnahme einzelner PFAS-Stoffe in REACH-Anhang XVII – etwa über VO (EU) 2024/2462 für PFHxA und Vorläufer (Eintrag 79). Im Bauwesen relevant sind vor allem Standorte mit historischer Schaumlöschmittel-Anwendung (Flughäfen, Militärgelände, Feuerwehrübungsplätze), Galvanik- sowie Papier- und Textilindustrie-Altstandorte. Bei begründetem Verdacht ist Aushub vor Verwertung oder Entsorgung im Sinne der einschlägigen abfall- und bodenschutzrechtlichen Regelungen zu untersuchen.

Die quantitative Bestimmung erfolgt in der Regel per LC-MS/MS in akkreditierten Stationärlaboren – diese Geräteklasse ist im Container in der Regel nicht abbildbar. Im Containerlabor sinnvoll abbildbar sind dagegen die Probenvorbereitung (Festphasenextraktion SPE), eine Voranalytik mit geeigneten Schnelltests sowie Begleitparameter wie TOC, AOX, pH und Leitfähigkeit. Damit kann eine erste Risiko-Indikation häufig zeitnah am Aushubort erfolgen, bevor anschließend gezielt Bestätigungsanalytik beauftragt wird.

Für Rückbau- und Sanierungsbaustellen mit PFAS-Verdacht kann ein solcher Voranalytik-Schritt vor Ort die Logistik vereinfachen: Verdachtsboden bleibt zunächst vor Ort, der Versand ans Stationärlabor wird auf belastbare Verdachtsfälle konzentriert.

Standardausstattung eines vollwertigen Baustellenlabors

Die folgende Liste fasst die Geräteausstattung zusammen, die ein universelles Baustellenlabor abdeckt. Der LABtoGO 2.0 bietet mit 9.500 × 3.000 mm Grundfläche und 2.750 mm Innenhöhe ausreichend Platz für alle Stationen, ohne dass Geräte gestapelt oder ausgelagert werden müssen.

Beton & Mörtel

  • Druckpresse 3.000 kN
  • Ausbreittisch DIN EN 12350-5
  • Setztrichter Abrams
  • Luftgehaltsprüfer 8 L
  • Würfelformen 150 mm
  • Zylinderformen ø 150/300
  • Schleifmaschine
  • Probekörperlagerung nach DIN EN 12390-2 (Wasser- oder Feuchtraumlagerung 20 ± 2 °C)

Boden & Erdbau

  • Plattendruckgerät PDG
  • Leichtes Fallgewichtsgerät
  • Proctorgerät A + C
  • Siebsatz 0,063–63 mm
  • Casagrande-Apparat
  • Trockenschrank 105 °C
  • Wasserbad
  • Densitometer

Schadstoff & Umwelt

  • Polarisationsmikroskop
  • Stereomikroskop
  • H-Klasse-Sauger
  • Personenschleuse
  • Portable XRF
  • SPE-Anlage PFAS
  • pH/LF/TOC-Messplatz
  • Dichtgehäuse Asbest

Genehmigungsrechtlicher Rahmen: Baustelleneinrichtungen in den LBO

Container, die ausschließlich der Bauausführung dienen und nur für die Dauer der Baumaßnahme aufgestellt sind, sind in den Landesbauordnungen regelmäßig als verfahrensfreie Vorhaben aufgeführt – häufig zusammen mit Bauwagen, Bauhütten und Sanitärcontainern. Die genaue Fundstelle (Paragraph, Anhang, Tatbestandsnummer) variiert von Land zu Land und ändert sich mit jeder LBO-Novelle. Die folgende Übersicht zeigt typische Verortungen, ersetzt aber keine Einzelfallprüfung.

Bundesland Typische Verortung
Baden-Württemberg§50 LBO i.V.m. Anhang (verfahrensfreie Vorhaben)
BayernArt. 57 BayBO (verfahrensfreie Bauvorhaben)
Berlin§61 BauO Bln (verfahrensfreie Bauvorhaben / Baustelleneinrichtungen)
Hamburg§60 HBauO (verfahrensfreie Vorhaben)
Hessen§63 HBO (verfahrensfreie Vorhaben)
Niedersachsen§60 NBauO i.V.m. Anhang
Nordrhein-Westfalen§62 BauO NRW (genehmigungsfreie Vorhaben)
Rheinland-Pfalz§62 LBauO RP (verfahrensfreie Vorhaben)
Sachsen§61 SächsBO (verfahrensfreie Vorhaben)

Übersicht zur Orientierung. Maßgeblich ist die jeweils geltende Fassung der LBO einschließlich Anhang. Voraussetzung in allen Ländern: räumlicher Bezug zur Baustelle, keine Wohnnutzung, keine dauerhafte Aufstellung über die Bauzeit hinaus.

Wichtig: Sobald der Container nach Bauende stehen bleiben oder als dauerhaftes Prüflabor genutzt werden soll, greift in der Regel die Bauantragspflicht. Wir prüfen pro Bundesland und Standort vorab, in welcher Konstellation Verfahrensfreiheit anzunehmen ist – und unterstützen bei der Abstimmung mit der zuständigen Bauaufsicht.

Logistik: Aufstellung, Versorgung, Versetzen zwischen Bauabschnitten

Ein Standard-LABtoGO 2.0 wiegt fertig ausgestattet typischerweise 14 bis 18 Tonnen. Anlieferung erfolgt mit Schwerlast-LKW, Aufstellung mit Mobilkran (Größe abhängig von Containergewicht und Ausladung). Vor Ort wird auf einer tragfähigen, ebenen Aufstellfläche – Bodenplatte oder fundierte, verdichtete Schotterfläche – aufgesetzt. Tragfähigkeit und Schichtaufbau sind projektabhängig statisch nachzuweisen; Punktlasten und Hebelmomente fließen in die Bemessung ein.

Versorgung: Stromanschluss 32 A CEE (für Druckpresse, klimatisierte Probekörperlagerung, Mikroskope), Wasseranschluss (für Wasserbad, Probekörperlagerung, Sanitär), Abwasseranschluss oder Sammeltank. Bei großen Bauprojekten mit mehreren aufeinanderfolgenden Bauabschnitten – etwa Tunnelbau der Deutschen Bahn oder Autobahn-Sanierung über mehrere Abschnitte – ist Versetzen während der Mietzeit häufig möglich. Der Container kann mit dem Bauabschnitt mitziehen.

Drei Konfigurationen, drei Käufergruppen

Bauunternehmen mit eigener Mischanlage oder Recyclinganlage

Permanente WPK-Station, Beton- und Geotechnik-Standardausstattung. Mietkauf 24–60 Monate, am Projektende Übernahme oder Versetzung an Folgestandort.

Prüfingenieure und akkreditierte Prüflaboratorien

Container in 17025-/RAP-Stra-orientierter, akkreditierungsfähiger Konfiguration mit dokumentierter Klimatisierung, Geräte-Stammdaten und Validierungs-Setup. Tatsächliche Eignung für ÜK-2/3-Fremdüberwachung oder RAP-Stra-15-Prüfstellen hängt von Betreiberakkreditierung, Anerkennungsumfang, Personal und Prüfbereich ab.

Umweltgutachter und Sanierungsplaner

Fokus auf Schadstoffanalytik (Asbest TRGS 519, PFAS-Voranalyse, Schwermetall-XRF, KW-Voruntersuchung). Schleusenkonzept, Schwarzbereich, H-Klasse-Sauger als Hardware-Standard.

Was ein Baustellenlabor von Planexus leistet

Planexus plant und liefert Containerlabore im deutschsprachigen Raum und versteht die Baustelle nicht als Hindernis, sondern als Standardszenario. Für Baustellenlabore haben wir folgende Konfigurationsbausteine entwickelt:

  • Robuste Außenhaut in RAL 7016 Anthrazit mit Stahlblech-Verkleidung – baustellen- und vandalismustauglich.
  • Vibrationsentkoppelter Wägetisch mit eigenem Beton-Sockel für Frischbetonrohdichte und Geotechnik-Wägungen mit 1-mg-Präzision.
  • Klimatisierte Probekörper-Lagerung nach DIN EN 12390-2: unter Wasser oder im Feuchtraum bei 20 ± 2 °C – gemessen und dokumentiert.
  • Schleuse und Schwarzbereich-Modul für TRGS 519 Asbest-Probenahme – inklusive Unterdruck-Lüftung und H-Klasse-Sauger.
  • Versetzbar auf Folgebaustellen – inklusive Mietkauf-Modell und logistischer Begleitung von Bauabschnitt zu Bauabschnitt.
  • Lieferung typischerweise in 8 bis 14 Wochen ab Auftrag, Aufstellung in der Regel innerhalb eines Arbeitstages. Bei verfahrensfreier Aufstellung nach LBO entfällt das förmliche Bauantragsverfahren – die Voraussetzungen prüfen wir je Standort.

Ihr Baustellenlabor in 8–14 Wochen?

Beschreiben Sie uns Ihr Bauprojekt – Größenordnung, Bauphase, geforderte Prüfungen (Beton/Boden/Schadstoff) und Standort. Wir prüfen die Verfahrensfreiheit nach der jeweiligen LBO und schlagen Ihnen die passende Geräte-Konfiguration sowie Aufstellung und Versorgung vor.

Fazit: Vom Logistik-Engpass zur Routine vor Ort

Die Entwicklungen 2024–2026 – PFAS in REACH und Trinkwasserrichtlinie, Ersatzbaustoffverordnung, Asbest-Erkundung im Bestand und Infrastrukturbeschleunigung – machen das Baustellenlabor für viele Bauunternehmen, Prüfingenieure und Umweltgutachter zum strategisch sinnvollen Werkzeug. Wer Frischbetonprüfung, Bodenmechanik und Schadstoff-Voranalytik vor Ort hat, kann das Prüffenster der DIN-Reihen einhalten, Bestätigungsanalytik gezielter beauftragen und schneller auf Befunde reagieren. In vielen Bundesländern ist eine Aufstellung als verfahrensfreie Baustelleneinrichtung möglich, die Lieferzeit liegt typischerweise zwischen 8 und 14 Wochen, das Versetzen zwischen Bauabschnitten ist je nach Vertragsmodell häufig vorgesehen.

Häufig gestellte Fragen zum Baustellenlabor

Braucht ein Baustellenlabor eine Baugenehmigung?
In vielen Fällen nein. Container, die ausschließlich der Bauausführung dienen und nur für die Dauer der Baumaßnahme aufgestellt werden, sind in den Landesbauordnungen regelmäßig als verfahrensfreie Vorhaben aufgeführt – etwa über §50 LBO BW i.V.m. Anhang, Art. 57 BayBO, §62 BauO NRW oder §63 HBO. Voraussetzung in allen Ländern: keine dauerhafte Nutzung, keine Wohnnutzung, räumlicher Bezug zur Baustelle. Sobald der Container nach Bauende stehen bleibt oder als Dauerlabor genutzt wird, greift in der Regel die Bauantragspflicht. Wir prüfen pro Bundesland und Standort und unterstützen bei der Abstimmung mit der Bauaufsicht.
Welche Normen gelten für die Frischbetonprüfung im Baustellencontainer?
Die Normenreihe DIN EN 12350 regelt die Frischbetonprüfungen, u. a.: Probenahme (Teil 1), Setzmaß (Teil 2), Vebezeit (Teil 3), Verdichtungsmaß (Teil 4), Ausbreitmaß (Teil 5), Frischbetonrohdichte (Teil 6), Luftgehalt mit Druckausgleichsverfahren (Teil 7). Für selbstverdichtenden Beton: Setzfließmaß / Slump-flow (Teil 8), V-Trichter (Teil 9), L-Box (Teil 10), Siebsegregationsversuch / Segregationsbeständigkeit (Teil 11), J-Ring (Teil 12). Festbetonprüfungen folgen DIN EN 12390 mit u. a. Druckfestigkeit (Teil 3), Wassereindringtiefe unter Druck (Teil 8) sowie Frost- und Frost-Tausalz-Widerstand (Teil 9). Probekörperlagerung nach DIN EN 12390-2 unter Wasser oder im Feuchtraum bei 20 ± 2 °C.
Wie funktioniert Asbestanalytik vor Ort im Containerlabor?
Probenahme und Probenvorbereitung erfolgen im Container, optisch-mikroskopische Sichtungen von Materialproben (Stereo- und Polarisationsmikroskop) sind als Voranalyse möglich. Die belastbare Materialprüfung auf Asbest in technischen Produkten und Bauteilen erfolgt nach der Reihe VDI 3866 (insbesondere Blatt 5 für REM/EDX an Materialproben), die quantitative Faserzählung in Luftproben nach VDI 3492 (REM/EDX) – beides in akkreditierten Stationärlaboren. Welche Schutzmaßnahmen nach TRGS 519 im Einzelfall greifen – Schwarz-/Weißbereich, Schleuse, H-Klasse-Sauger, Unterdruckhaltung – hängt von Tätigkeit, Verfahren und Expositionserwartung ab. Wir konfigurieren den Container nach den konkret geplanten Tätigkeiten.
Ist PFAS-Screening direkt auf der Baustelle möglich?
Ja, im Sinne einer Voranalytik. Die quantitative Bestimmung der nach EU-Trinkwasserrichtlinie 2020/2184 relevanten 20 PFAS-Einzelstoffe sowie der unter REACH-Beschränkung Eintrag 79 (eingeführt durch VO (EU) 2024/2462 für PFHxA und Vorläufer) fallenden Stoffe erfolgt per LC-MS/MS in akkreditierten Stationärlaboren. Ein Containerlabor kann jedoch Probenvorbereitung, Festphasenextraktion (SPE) und Begleitparameter (TOC, AOX, pH, Leitfähigkeit) vor Ort abwickeln. Vorteil: schnelle Vorab-Indikation am Aushubort, gezielter Versand nur konzentrierter Eluate an das Stationärlabor.
Welche Geräteausstattung gehört in ein vollwertiges Baustellenlabor?
Für Beton/Asphalt: Druckfestigkeitspresse 3.000 kN, Ausbreittisch nach DIN EN 12350-5, Luftgehaltsprüfer, Würfel- und Zylinderformen, Schleifmaschine, vibrationsarmer Wägetisch (1 mg). Für Boden: Statisches Plattendruckgerät PDG nach DIN 18134, leichtes Fallgewichtsgerät LFG, Proctorgerät DIN 18127, Siebsätze, Trockenschrank 105 °C, Wasserbad. Für Schadstoffanalytik: Stereomikroskop, Polarisationsmikroskop, H-Klasse-Sauger, portable XRF, Probenahmeausrüstung. Probekörperlagerung nach DIN EN 12390-2 unter Wasser oder im Feuchtraum bei 20 ± 2 °C. Stromversorgung (typischerweise 32 A CEE) und Wasserzulauf sind je nach Ausstattung regelmäßig erforderlich.
Wie schnell ist ein Baustellenlabor lieferbar und einsatzbereit?
Standard-Container ohne Spezialausstattung liefern wir typischerweise in 5 bis 8 Wochen, vollausgestattete Geräte-Container je nach Konfiguration in 8 bis 14 Wochen. Die Aufstellung vor Ort einschließlich Anschluss an Strom (in der Regel 32 A CEE) und Wasser dauert üblicherweise einen Arbeitstag. Bei Großbaustellen mit mehreren Bauabschnitten – etwa Tunnel-, Bahn- oder Autobahnprojekten – sind Mietkauf-Modelle und Versetzung zwischen Standorten möglich.
Brauche ich für ein Baustellenlabor eine Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025?
Für die Eigenüberwachung der Werkseigenen Produktionskontrolle (WPK) der Betonherstellung nach DIN EN 206 / DIN 1045-2 ist eine DAkkS-Akkreditierung in der Regel nicht zwingend; ausreichend ist die qualifizierte Durchführung durch geschulte Prüftechniker. Für die Fremdüberwachung der Bauausführung nach DIN 1045-3 (Überwachungsklassen ÜK 2 und ÜK 3) sowie für von der Bauaufsicht beauftragte Prüflaboratorien wird je nach Anerkennungs- bzw. Auftraggeberanforderung regelmäßig eine Akkreditierung verlangt. RAP-Stra-15-Prüfstellen für den Bundesfernstraßenbau benötigen die formale BASt-Anerkennung inkl. akkreditierter Prüfbereiche. Für Asphalt-Prüflaboratorien gelten die Anforderungen der DIN EN 13108-Reihe sowie der TL/TP/ZTV Asphalt-StB; auch hier ist je nach Auftraggeber eine Akkreditierung üblich. Wir liefern Container in beiden Konfigurationen – die Akkreditierungsfähigkeit wird durch Validierungsdokumentation, Geräteverwaltung und Klimatisierung von Anfang an mitgeplant.